Jahresbericht 2024 Gemeinderat
In seinem Jahresbericht legt der Gemeinderat Rechenschaft über das Jahr 2024 ab. In den Berichten der ressortverantwortlichen Gemeinderäte wird auszugsweise über einige Geschäfte und Tätigkeiten in ihrem Zuständigkeitsbereich berichtet.
Als Kollektivbehörde beschliesst und verantwortet der Gemeinderat jedoch die meisten Geschäfte gemeinsam. Gerne präsentieren wir Ihnen eine Auswahl dieser übergeordneten Aufgaben.
Gemeindepräsidium

Kilian Germann
Gemeindepräsident
Finanzen
Erfreulicherweise weist die Jahresrechnung 2024 nicht den budgetierten Verlust von Fr. 119’535 sondern einen Gewinn von Fr. 617’379.73 aus. Mit diesem Abschluss haben wir das Ziel einer ausgeglichenen Rechnung etwas verpasst. Die zwei grössten Unsicherheitsfaktoren waren einmal mehr die Soziale Hilfe, der Finanzausgleich und die Grundstücksgewinnsteuer. Bei den restlichen Positionen konnten die Budgetvorgaben sehr gut eingehalten werden. In der Sozialen Hilfe ist es sehr schwer abzuschätzen wie viele Personen die Hilfe in welcher Höhe beanspruchen. Da es sich bei der Sozialen Hilfe um eine Schuld handelt, werden immer wieder Rückzahlungen geleistet. In den meisten Fällen werden die Rückzahlungen möglich, da nach jahrelangen Abklärungen rückwirkend IV-Renten ausgezahlt werden. All diese Faktoren sind weder zeitlich noch im Betrag abschätzbar und so sehr schwer budgetierbar.
Der zweite Treiber liegt in Fr. 360’000 Mehreinnahmen aus Finanzausgleich und Grundstücksgewinnsteuer begründet.
Der Gemeinderat beantragt den Gewinn von Fr. 617’379.73 zu Fr. 117’379.73 dem Eigenkapital zuzuweisen und mit Fr. 500’000 eine Vorfinanzierung an den Gemeindebeitrag für die kommende Sanierung der Maurenstrasse zu machen. An die durch das kantonale Tiefbauamt vorgesehene Sanierung wird die Gemeinde gemäss heutigem Stand einen Beitrag von rund 1 Mio. Franken leisten müssen und mit dieser Vorfinanzierung können wir die nach der Sanierung anfallenden Abschreibungen fast halbieren.
Bauverwaltung
Wie die untenstehenden Zahlen aufzeigen, wurde und wird in unserer Gemeinde weiterhin rege gebaut.
Fakten
Baugesuche 2024 (Vorjahr)
Total 76 (76)
Aufteilung:
MFH 4 (10)
EFH 4 (3)
Gewerbe und Tiefbau 12 (7)
Klein-/Umbauten 28 (40)
Landw. Bauten 2 (2)
PV-Anlagen 26 (14)
Summe des bewilligten Bauvolumens in Mio.Fr. 83.8 (79.3)
Investitionstätigkeit
Die Sanierung der Zihlstrasse wie auch der Gartenstrasse/Lindenackerstrasse konnten erfolgreich ohne Zwischenfälle durchgeführt werden. Im generellen Wasserversorgungsplan wurde wiederum ein weiteres Bauwerk in Angriff genommen. Es handelt sich um das Stufenpumpwerk, welches uns mit der Wasserversorgung von Weinfelden verbindet und so ein wichtiges 2. Standbein mit damit verbundener Steigerung der Versorgungssicherheit ermöglicht. Die Inbetriebnahme des Stufenpumpwerks ist im Frühling 2025 geplant.
Die Nettoinvestitionen im 2024 betrugen rund Fr. 1’800’000.–, womit wieder wichtige Sanierungen und Neubauten realisiert wurden.
Projekt Ortsplanungsrevision
Im Jahre 2024 haben wir die letzten wichtigen Schritte in der Ortsplanungsrevision erledigt. Die Kleinsiedlungsverordnung wurde erfolgreich eingearbeitet, die Einsprachen wurden individuell behandelt und die Entscheide, wo nötig, getroffen. Die vom Kanton geforderten Verträge wurden als Vorverträge ausgearbeitet, besprochen und unterzeichnet. Es ist nur ein Rekurs beim Departement für Bau und Umwelt eingegangen. Dieser sollte innert nützlicher Frist durch den Rechtsdienst behandelt werden und so einer Inkraftsetzung nicht hinderlich sein.
Acht junge Asylbewerber
Unsere Gemeinde wies im Verteilschlüssel der Asylsuchenden ein Minus von acht Personen aus. Im 2024 hat der Gemeinderat entschieden sich auf die Suche nach geeignetem Wohnraum zu begeben. Nachdem der Vermieter der Sulgerstrasse 4 im Zuge einer Sanierung den Grundriss der Wohnungen nach Vorgaben des Gemeinderats erstellt hat, konnten acht jungen Männer im Wohnhaus an der Sulgerstrasse 4 in Bürglen untergebracht werden. Die jungen Erwachsenen wohnen auf zwei Stockwerken in je einer 4½-Zimmer-Wohnung. Jeder junge Erwachsene hat ein eigenes Zimmer als Rückzugsmöglichkeit und eine Wohnküche soll gemeinsame Aktivitäten unterstützen.
Die Gemeinde kommt mit dieser Unterbringung den auferlegten Pflichten vom Staatssekretariat und dem Sozialamt des Kantons Thurgau nach. Ganz nach dem Motto, dass jede politische Einheit ihre Pflichten zu erfüllen hat, um das Gesamtwohl unseres Staates zu garantieren.
Der Gemeinderat ist überzeugt, eine gute Basis für die acht jungen Erwachsenen gelegt zu haben und bittet die Bevölkerung, dem Projekt wohlwollend gegenüber zu treten. Es ist unsere Aufgabe diesen jungen Erwachsenen einen Schutz und eine Heimat zu geben und diese Aufgabe werden wir bestmöglichst erledigen. Vielen Dank im Voraus für ihren guten Willen und die positive Einstellung zu diesem Projekt.
Mitarbeitende
Im Werkhof hat sich das Team gefunden. Mit Martin Beutler haben wir einen verlässlichen engagierten und professionellen Werkhofleiter. Im Sommer wurde das Team mit Jan König wieder komplettiert. Das Team bearbeitet die Aufgaben des Werkhofs äusserst speditiv und mit vollem Engagement.
In den Abteilungen Steuern und Finanzen mussten Stellen neu besetzt werden. Kilian Moser unser langjähriger Leiter Steueramt wurde Ende August 2024 pensioniert. Anlässlich eines Fest in der Weiherhütte haben wir Kilian gebührend verabschiedet. Mit Carmen Breu ist es uns gelungen eine junge engagierte Fachperson Steuern anzustellen. Frau Breu hat auf der Gemeinde Affeltrangen das Steueramt selbstständig geführt und hat diese Aufgabe seit August 2024 für Bürglen übernommen.
Im Sommer 2024 konnte Anina Posch ihre Ausbildung zur Kauffrau EFZ auf der Gemeinde beginnen. Für die Ausbildung ab 2025 konnte mit Sarah Eberli aus Sommeri eine geeignete Lernende für die Lehrstelle zur Kauffrau gefunden werden.

Information Bevölkerung Ortsplanungsrevision
Personal per 31.12.2024 (Vorjahr)
Vollzeitstellen 10 (9)
Lernende 3 (3)
Teilzeitstellen 3 (5)
Stellenprozent 1210 (1270)
Dank
Ich danke allen Mitarbeitenden von Werkhof und Verwaltung für die im vergangenen Jahr wiederum ausgezeichnet geleistete Arbeit. Ein grosser Dank geht auch an den Gemeinderat für die zielorientierte Zusammenarbeit.
Ihnen geschätzte Stimmbürgerinnen und Stimmbürger danke ich für Ihr Vertrauen und Wohlwollen gegenüber Gemeinderat und Verwaltung

Personalausflug 2024
Tiefbau

Peter Egger
Vizepräsident
Winterdienst
Wie auch in den vergangenen Jahren war der Winter bei uns milde. Trotzdem gab es einzelne Schneefälle, die den Einsatz zur Räumung der Strassen und Gehwege nötig gemacht haben. Damit bei Eisglätte die Strassen sicher befahrbar sind, wurden ca. 35 Tonnen Salz gestreut.
Gewässer
In der 1. Etappe zum Unterhalt des Giessens wurden viel Gehölze uns Sträucher stark zurückgeschnitten. Damit der Abfluss des Wassers bei viel Regen gewährleistet ist, wurde auf einem Teilstück von etwa 500 Metern das Bachbett ausgebaggert.
Das nächste Teilstück, von der Maurenstrasse bis zur Opfershoferstrasse, wird im Jahr 2025 ausgebaggert. Das Fassungsvermögen des Baches wir mit dieser Massnahme um einiges erhöht.
Abwasser
Regelmässig werden die Leitungen der Kanalisation kontrolliert.
Wartungsarbeiten bei den Pumpenstationen werden jährlich durchgeführt. Damit können Rückstaus im Abwasser-Netz verhindert werden. Defekte Geräte können bei den Kontrollen ersetzt werden. Im Jahr 2024 wurden zudem verschiedene Massnahmen grosser Dringlichkeit gemäss überarbeitetem Generellen Entwässerungsplan (GEP) im Inlinersanierungsverfahren umgesetzt.

Abschnitt Giessen nach Ausbaggerung
Wasser
Mit der Druckerhöhung im Wassernetz wurde nach der Fertigstellung des Reservoirs im Wertbühl begonnen. Einige Leitungsbrüche haben uns dann daran gehindert den Druck weiter zu erhöhen. Mit mehreren Einsätzen wurden die defekten Wasserleitungen geflickt. Die Leitung an der Buhwilerstrasse in Istighofen musste ganz erneuert werden, was sich in der Abrechnung mit Mehrkosten zeigen wird. In der Zwischenzeit wurde der Wasserdruck auf das Maximum erhöht. Gravierende Wasserrohrbrüche wurden glücklicherweise keine mehr verzeichnet. Kleinere Defekte werden durch die Werkhofmitarbeiter selbst geflickt.
Die Wasserversorgung in unserer Gemeinde wurde durch Funktionäre des Kantons überprüft. In dem Bericht des Kantons sind die Schulung des Personals, die Kontrollen der Leitungen und die Elektronik, welche die Durchflussmenge steuert, beurteilt worden. Der Abschlussbericht wurde mit der Note «sehr gut» beurteilt. Mit der Schulung des Wasserwartes kann jederzeit eine gute Trinkwasserqualität in der ganzen Gemeinde angeboten werden. Das Trinkwasser wird in regelmässigen Abständen durch Wasserproben, welche in einem Labor ausgewertet werden, überprüft.
Grünflächen
Grünflächen und Rabatten, welche durch die Werkhofmitarbeiter gepflegt werden, werden derzeit auf ökologische Ausgleichsflächen umgestellt. Mit der Ansaat der Blumenwiesen erwarten wir eine Zunahme an wertvollen Insekten. Die Umstellung der Flächen dauert etwar zwei Jahre. Nach zwei Jahren werden die Resultate dann beurteilt. Die Ansiedlung und Vermehrung der Insekten sollten bereits nach kurzer Zeit erkennbar sein.
Diverses
Im Juni 2024 hat das Werkhof Team Verstärkung durch Jan König erhalten. Er hat sich schnell in das Team integriert. Die Zusammenarbeit im Werkhof Team der Gemeinde Bürglen gefällt ihm sehr gut.
Es freut mich, als Gemeinderat, dass ich mit diesem Werkhofteam zusammenarbeiten darf.

Wasserrohrbruch
Gesellschaft

Nicole Kläger
Kinder- und jugendfreundliche Gemeinde
Die Umsetzung des Massnahmenplans in Bezug auf die Kinder- und Jugendfreundlichkeit in der Gemeinde Bürglen konnte im Jahr 2024 entsprechend angegangen werden. So fand eine Sprechstunde auf der Gemeindeverwaltung für Kinder und Jugendliche statt, bei welcher Fragen rund um die Aufgaben in der Gemeinde gestellt werden konnten. Noch vor den Sommerferien wurden Schulkinder informiert, dass sie das Saisonabo der Thurbadi Weinfelden zu einem reduzierten Tarif beziehen können – dieses Angebot wurde sehr gut genutzt, weshalb der Gemeinderat entschieden hat, auch im 2025 dieses Abo zu subventionieren. Zusammen mit der Schule durften wir die Fachreview der am 24. Januar 2025 erschienenen Broschüre «Partizipation in der Schule» durchführen.
Jugendkafi
Auf das Schuljahr 2024/2025 haben sich leider 3 Personen aus dem Betreuerteam verabschiedet. An dieser Stelle nochmals ein herzlicher Dank an Amanda Egger, sie hat sich als eine der Initiantinnen und Mitbegründerin während langer Zeit zu Gunsten der Jugendlichen für das Jugendkafi eingesetzt. Ebenfalls hat sich das Ehepaar Lydia und Benjamin Blaser entschieden, sich vermehrt der eigenen Familie zu widmen. Mit ein Grund war auch, dass das Jugendkafi in den vergangenen Jahren nur sehr schlecht bis teilweise gar nicht besucht war. Ein herzliches Dankeschön auch an Benjamin + Lydia, haben sie sich immer wieder neue Ideen ausgedacht, die Jugendlichen in’s Kafi zu locken. Aus diesem Grund hat sich die Ressortverantwortliche entschieden, das Jugendkafi auf Herbst 2024 nicht zu öffnen, um eine Standortbestimmung durchzuführen. Auch hier dürfen wir auf die gute Zusammenarbeit mit der Schule zurückgreifen, um einen zeitgemässen und bedarfsgerechten Raum für die Jugendlichen zu schaffen.
Integration
Die Politische Gemeinde Bürglen hat mit der Stadt Weinfelden, Ressort Gesellschaft und Gesundheit, im 2021 eine Leistungsvereinbarung unterzeichnet. Ausländische Neuzuzügerinnen und Neuzuzüger haben so die Möglichkeit, bei einem persönlichen Gespräch in ihrer Landessprache verschiedene Themen zum Leben in der Schweiz und insbesondere in Bürglen zu besprechen und erklärt zu bekommen. Im 2024 konnten so 64 Einsätze im Bereich der Integrationsvermittlung, der Übersetzungsunterstützung in den Schulen sowie der Übergabe von Willkommensmappen durchgeführt werden. Die Integrationsvermittlung bleibt somit eine wichtige Säule in der Gemeinde und trägt dazu bei, den Austausch zwischen den verschiedenen Kulturen zu fördern und Hürden zu minimieren. Der Gemeinderat hat im 2024 Simona Todorovska als Bindeglied zwischen Behörde sowie Schule in die Integrationskommission gewählt, was mich sehr freut. Simona wird uns mit ihren eigenen Erfahrungen eine grosse Stütze sein.
Alter
Operativ stand an den insgesamt drei Sitzungen der Alterskommission die Durchführung der generationenverbindenden Seniorenanlässe, der Pensioniertenfeier sowie die Planung der Anlässe 2025 an. Mit der Wahl der neuen Kirchenvorsteherschaft der Evangelischen Kirchgemeinde mussten wir Margrith Gentsch aus der Alterskommission verabschieden. Ihr Nachfolger, Max Henicke, welcher sich bereits mit Fachkompetenz und Energie in der Alterskommission einbringt, hat diese Verantwortung im vergangenen Jahr übernommen. Margrith Gentsch verdanken wir ihre langjährige Unterstützung an dieser Stelle nochmals herzlich. Ich freue mich auf die weitere, gute Zusammenarbeit mit allen Kommissionsmitgliedern.
An der Pensioniertenfeier der Jahrgänge 1959/60 durften wir neu- oder demnächst Pensionierte EinwohnerInnen im Werkhof in Bürglen begrüssen. Nach dem Apéro und der Begrüssung durch Kilian Germann hat Beatrix Böni die Anwesenden zuerst mit einem Vortrag über Einsamkeit im Alter und im zweiten Teil als Clownin mit «Heiterkeitsbrisen» überrascht. Das gegenseitige Kennenlernen und der Austausch kamen weder während der Pause beim Verzerren der Meterbrote und den verführerischen Gebäcken noch beim anschliessenden, geselligen Beisammensein zu kurz.

Jubilarenständli

Pensioniertenfeier 2024 mit Clownin B. Böni
Versorgung und Umwelt

Beat Brühlmann
Schon wieder ist ein Jahr vergangen! Wie schnell die Zeit vergeht. Es gab einige Herausforderungen zu bewältigen, doch dank der guten Zusammenarbeit und Harmonie im Gemeinderat konnten wir diese erfolgreich meistern.
EW Ost
Der Mantelerlass ist beschlossen, und der Bundesrat hat bereits zwei Verordnungspakete veröffentlicht (erstes Paket: 13. November 2024, zweites Paket: 19. Februar 2025). Diese enthalten wesentliche Änderungen und Vorgaben, die sich auf die Werkbetriebe auswirken werden. Besonders herausfordernd sind die virtuellen Zusammenschlüsse zum Eigenverbrauch (ZEV) sowie die lokalen Eigenverbrauchsgemeinschaften (LEG). Der steigende Aufwand wird sich mittelfristig auf die Strompreise auswirken. Mit Unterstützung der EKT AG analysieren wir die konkreten Auswirkungen und erarbeiten mögliche Handlungsoptionen für unsere Gemeinde.
Ein weiteres grosses Thema ist die Einspeisung von Strom aus Photovoltaikanlagen. Die Gemeinde plant den Netzausbau, um den steigenden Anforderungen gerecht zu werden. Dabei wird geprüft, ob im gleichen Schritt auch andere Werkleitungen saniert werden sollen, was jedoch mit höheren Kosten verbunden wäre.
Die Strompreise haben sich stabilisiert, wenn auch nicht ganz auf dem Niveau des Vorjahres. Dennoch bieten wir mit einem einheitlichen Tarif von 29.54 Rp/kWh (inkl. MwSt.) gegenüber den letztjährigen Tarifen (23.89 Rp/kWh Niedertarif, 25.84 Rp/kWh Hochtarif) weiterhin eine attraktive Preisstruktur. Die Vergütung für Energie aus Photovoltaikanlagen beträgt 12 Rp/kWh (exkl. MwSt.).
Natur- und Umweltschutz
Laut Rückmeldungen des Werkhofs gab es keine wesentlichen wilden Entsorgungen. Allerdings wird immer wieder Abfall am Strassenrand gefunden, der von Autofahrern achtlos weggeworfen wird. Ab dem 1. Januar 2025 tritt eine Verschärfung des Gesetzes in Kraft: Wer erwischt wird, muss mit einer hohen Busse rechnen – selbst für das Wegwerfen eines Zigarettenstummels.
Jagd
Die Winterfütterung der Vögel ist noch aktuell. Der natürliche Lebensraum schwindet zunehmend. Deshalb profitiert jede Wildtierart von menschlicher Unterstützung. Allerdings können sich Krankheiten durch falsches Füttern verbreiten. Wer sich unsicher ist, findet im Internet zahlreiche Informationsquellen zur richtigen Fütterung.
Vom 1. April bis 31. Juli gilt entlang des Waldrands und im Wald wieder Leinenpflicht für Hunde. Zudem gewinnt die Rehkitzrettung zunehmend an Bedeutung: Zwischen April und Juni beginnen die Landwirte mit dem Mähen der Wiesen. Um möglichst viele Rehkitze zu retten, werden vermehrt Drohnen und Wärmebildkameras eingesetzt, um die Rettung effizient zu organisieren.
Am 6. Dezember 2024 wurde der Budgetkredit für das neue Schiessausbildungszentrum TG bewilligt. Der Antrag zur Baubewilligung liegt derzeit beim Kantonalen Hochbauamt. Das neue Zentrum wird nicht nur von Jägern, sondern auch von der Kantonspolizei genutzt.
Unterhaltskorporationen
Der starke Regen im vergangenen Jahr stellte die Flurkorporation vor grosse Herausforderungen. Der Grundwasserspiegel erreichte einen historischen Höchststand, und auch das wochenlange Absaugen brachte kaum Entlastung. Besonders tieferliegende Liegenschaften waren betroffen. Um dem entgegenzuwirken, wird nun das Säubern des Giessens umgesetzt.
Forst
Entlang von Strassen, die an Wälder grenzen, tauchen immer wieder Fragen zur Zuständigkeit, Verantwortung und Haftung auf – insbesondere bei sturzgefährdeten oder umgestürzten Bäumen. Das kantonale Forstamt empfiehlt, dass die Gemeinde diese Zonen in einem Umkreis von 30 Metern entlang von Gemeindestrassen gemeinsam mit dem Revierförster regelmässig kontrolliert. Sturzgefährdete Bäume sollten in Absprache mit dem Revierförster zeitnah entfernt werden, idealerweise im Rahmen regulärer Forstarbeiten.
Waldbesitzer sollten Sicherheitsfällungen dulden, da sie sich andernfalls im Schadensfall haftbar machen können.
Im Jahr 2024 wurde diesbezüglich die Situation an der Wabernstrasse in Istighofen begutachtet bzw. sturzgefährdete Bäume entfernt.
Dank der guten Zusammenarbeit aller Beteiligten konnten viele Herausforderungen bewältigt und nachhaltige Lösungen erarbeitet werden. Wir blicken zuversichtlich ins kommende Jahr!

Baumsturz Wabernstrasse Istighofen
Sicherheit

Christian Peng
Zivilschutzkommission
Einsätze
Die Zivilschutzkommission der ZSO Bezirk Weinfelden tagte im 2024 zweimal.
Im Februar standen der Jahresrückblick des Kommandanten und die Rechnungsabnahme 2023 im Fokus. Im August wurde das Budget 2025 genehmigt. Kommandant Silvan Frischknecht informierte zudem über aktuelle Entwicklungen im Zivilschutz.
Einsatz
2024 gab es keine Ernstfälle oder Einsätze für die Gemeinschaft.
Ausbildungswesen
Das Offizierskader plante in zwei Rapports die Dienstanlässe des Jahres und begann die Grobplanung für 2025.
Die Pionierkompanie I führte vom 6.–8. Mai Instandhaltungsarbeiten durch: In Birwinken wurde ein Weg repariert, in Kradolf-Schönenberg Teile des Ganggelistegs erneuert und in Bürglen eine provisorische Treppe für das Panzertreffen erstellt. Die Pionierkompanie II absolvierte ihren WK vom 3.–7. Juni mit Materialtraining und Gemeindeprojekten. In Bischofszell wurde der Thurweg saniert, in Hauptwil-Gottshaus ein Wanderweg und eine Treppe instandgesetzt. Ein zweiter WK im September diente der fachtechnischen Ausbildung, etwa im sicheren Umgang mit Maschinen und Hebegeräten.
Am 29. Mai inspizierte das Amt für Bevölkerungsschutz das Kommando in einer Übung zu Führungstätigkeiten.
Die Betreuer absolvierten ihren WK vom 18.–20. Juni mit Schulungen zu Kommunikation, Polycom, Evakuierung und Migration. Ein Fachvortrag und der Besuch der Peregrina Stiftung vertieften das Wissen zur Migrationsthematik. In Zusammenarbeit mit einer Schulklasse aus Müllheim wurde die Kommunikation praxisnah trainiert. Zudem begleiteten sechs Betreuer vom 24.–28. Juni Bewohner des Alterszentrums Sattelbogen zur Rosenwoche – Der Einsatz der Zivilschutzangehörigen wurde sehr geschätzt.
Die Führungsunterstützung führte ihren WK im September durch und beübte Kernaufgaben. Zudem fand eine Brandschutzschulung bei der Feuerwehr Weinfelden statt. Im September und Oktober unterstützte die ZSO die Stabsübungen der Regionalen Führungsstäbe in Bischofszell und Weinfelden.
An der Kaderschulung der Offiziere am 20. September berichtete der Kommandant der ZSO Frauenfeld über den Erdbebeneinsatz 2023 in der Türkei. Führungsthemen und eine Übung ergänzten das Programm.
Die in der Logistik eingeteilten Köche und Fahrer stellten die Verpflegung und Transporte während der WK sicher.
Infrastruktur & Logistik
Die Schutzanlagen im Bezirk wurden im Februar, Juni, August und November überprüft und gewartet. Materialwarte sorgten rund um die Pionier-WK für die Einsatzfähigkeit der Ausrüstung und arbeiteten an der Einführung der Materialverwaltungssoftware «Lodur».
Insgesamt leistete die ZSO Bezirk Weinfelden im Jahr 2024 1273 Diensttage.
Feuerwehr
Im vergangenen Jahr bewältigte die Feuerwehr Bürglen 26 Einsätze mit einer Beteiligung von total 330 Angehörigen der Feuerwehr. Insgesamt wurden im Jahr 2024 rund 710 Einsatzstunden geleistet. Die grösste Herausforderung im vergangenen Jahr war der Liegenschaftenbrand an der Maurenstrasse.
Die Beschaffungskommission für das neue Atemschutzfahrzeug hat die Arbeiten entsprechend vorangetrieben, um eine möglichst baldige Auslieferung zu ermöglichen.
Das neue Atemschutzfahrzeug wurde noch Ende 2024 bei Brändle angeliefert und geht Anfang 2025 in den Ausbau. Pünktlich auf das Feuerwehrfest am 28.06.2025 wird das neue Fahrzeug der Feuerwehr übergeben werden können.
Die Feuerwehr Bürglen bedankt sich bei allen LiegenschaftsbesitzerInnen, welche der Feuerwehr Bürglen auf ihrem Grundstück den Übungsbetrieb ermöglichen.
Vielen Dank an die Bevölkerung für das entgegengebrachte Vertrauen.

Brand Maurenstrasse
(Bild: Kapo Thurgau)
Kultur und Freizeit

Iwan Eberhart
Neujahrs Apéro
Am 2. Januar fand traditionell der Neujahrsapéro in der Mehrzweckhalle Bürglen statt. Der Gemeinderat stiess gemeinsam mit der Bevölkerung auf ein erfolgreiches neues Jahr an. Die Veranstaltung wurde durch ein kleines Neujahrskonzert der Musikgesellschaft Bürglen bereichert. Zudem bot Gemeindepräsident Kilian Germann einen Rückblick auf das vergangene Jahr und einen Ausblick auf die kommenden Ereignisse.
OpenSunday
Der OpenSunday wurde zwischen November und März an fünf Sonntagen durchgeführt. Jeweils am Vormittag konnten sich Jugendliche vom Kindergarten bis zur 6. Klasse in der Doppel-Turnhalle spielerisch und sportlich betätigen. Vielen Dank an alle durchführenden Vereine für ihren Einsatz und an die Schule Bürglen für das zur Verfügung stellen der Turnhalle.
40 Jahre Flossclub Wasserflöh
Vom 21.–23. Juni feierte der Flossclub Wasserflöh von Moos ihr 40-jähriges Jubiläum. Am Freitagabend startete der Anlass mit der Firobedbar. Am Samstagabend fand das Jubiläumfest mit einem Konzert von «dä Brüder vom Heinz» statt. Für den Ausklang sorgte die Streichmusik Alder beim Frühschoppenkonzert am Sonntagmorgen. Leider war das Wetter für den Anlass zu nass und zu kalt, was sehr schade war. Der Verein hat trotzdem ein sehr schönes Fest organisiert. Noch einmal herzliche Gratulation zum 40-jährigen Bestehen und viel Erfolg bei den künftigen Flossrennen.
Bundesfeier
Die Bundesfeier wurde vom Dorfverein zusammen mit der Männerriege Leimbach organisiert und durchgeführt. Bei regnerischem Wetter traf man sich in der Turnhalle Leimbach zum 1. August Brunch. Die 1. Augustansprache wurde dieses Jahr von drei Vertretern aus Jungparteien gehalten. Den Anfang machte Salome Ammann von den Jungsozialisten Thurgau, gefolgt von Marco Bortoluzzi von der jungen SVP. Am Schluss kam Jasmin Flückiger von der jungen GPL zu Wort. Die Ansprachen waren dieses Jahr eher politisch geprägt, was aber durch die Vertreterinnen und Vertreter aus verschiedenen politischen Lagern gut ausgeglichen wurde. Das Format kam mehrheitlich sehr gut bei der Bevölkerung an. Besten Dank noch einmal an Festrednerinnen und Redner, die durchführenden Vereine, an die Musikgesellschaft Bürglen für die musikalische Begleitung und an die Schule Bürglen für das Benützen der Turnhalle.
Neuzuzügerapéro
Das zweite Mal wurde der Neuzuzügerapéro für die neu zugezogenen EinwohnerInnen der Politischen Gemeinde Bürglen im Werkhof durchgeführt. Nach einer Schlossführung begrüsste der Gemeindepräsident die neuen Einwohner und stellte die Gemeinde und den Gemeinderat kurz vor. Anschliessend hatten die lokalen Vereine die Möglichkeit mir den Gästen anzustossen und Mitglieder für ihren Verein anzuwerben.
Leider war das Wetter auch bei dieser Veranstaltung kalt und nass. Trotzdem haben es die gut 40 Teilnehmer sehr geschätzt und bei der Schlossführung sicher auch etwas über die Geschichte unserer Gemeinde gelernt. Vielen Dank an dieser Stelle an Roman Pretali und Turi Schallenberg für die Durchführung der Schlossführung.
125 Jahre Musig Bürglen
Mit einem dreitägigen Jubiläumsfest lud vom 15.–17. November die Musig Bürglen die Bevölkerung zum mitfesten ein. Der Auftakt machte die Firobigbar am Freitagabend. Am Samstagabend eröffnete die «Jungi MUSIG on tour» den Unterhaltungsabend mit einem Konzert unter der Leitung von Bruno Uhr. Anschliessend führte das Jubiläumsorchester der Musig Bürglen unter der Leitung von Franz Inauen musikalisch durch die Geschichte der Musikgesellschaft. Der eigentliche Festakt fand am Sonntag statt, bei welchem auch die neue Vereinsfahne eingeweiht wurde.
Der Verein wurde zudem von Musikgesellschaft Bürglen in Musig Bürglen umbenannt. Zum Abschluss des Anlasses gab die Otmarmusik St. Gallen ein Gastkonzert. Der Gemeinderat gratuliert der Musig Bürglen noch einmal zum 125-jähren Bestehen, zur tollen neuen Fahne und zum gelungenen Fest.
Weihnachtsmarkt
Der Weihnachtsmarkt wurde am 4. Dezember durchgeführt. Mit 17 Ständen war die Grösse des Marktes auf dem gleichen Niveau wie die letzten Jahre. Um 18.30 Uhr gab die «Jungi MUSIG on thur» ein Weihnachtsständchen unter freiem Himmel, welches sehr guten Anklang fand. Leider wurde gegen Ende das Wetter immer schlechter. Trotzdem war der Weihnachtsmarkt wieder sehr gut besucht. Vielen Dank an die Schule Bürglen für die Unterstützung und Zusammenarbeit.
Kulturpool Mittelthurgau
Der Verein Kulturpool Mittelthurgau fördert das kulturelle Leben in der Region. Im Jahr 2024 fanden insgesamt 13 kulturelle Events in Bürglen statt, welche durch den Kulturpool unterstützt werden konnten. Als Highlight darf sicher das Orchesterkonzert mit dem Orchestre de chambre philharmonique suisse unter der Leitung von David Heer erwähnt werden. Mit dem Anlass wurde ein hervorragendes Orchester mit einem überzeugenden Dirigenten nach Bürglen gebracht, welches sonst nur in grossen internationalen Konzertsälen auftritt.
Der neue Vorstand des Vereins Kulturrausch organisiert sieben Anlässe und trägt damit noch immer massgeblich zum kulturellen Geschehen in Bürglen bei.
Soziales

Urs Trachsel
Dank der sehr guten Zusammenarbeit in der Fürsorgekommission und der ebenfalls sehr guten Arbeit, durch unsere Mitarbeitenden in den Sozialen Diensten, konnten wir die Ausgaben 2024 erneut unter dem Budget halten. Dieser Erfolg ermutigt uns weiterhin an der beschlossenen Strategie festzuhalten und jeden einzelnen Fall genaustens in der Kommission zu prüfen. Unser Erfolg wäre, ohne die hervorragende Teamleistung nicht zu erreichen. Zum guten Ergebnis tragen auch immer wieder die erfolgreichen Rückzahlungen bei. Es muss aber immer auch bedacht werden, dass solche guten Resultate in der Sozialhilfe auch immer ein wenig von Glück begleitet sind. Durch einen unvorhersehbaren Schicksalsschlag einer Familie kann ein geplantes Budget sehr schnell aus dem Gleichgewicht geworfen werden.
Im Speziellen möchte ich bei dieser Gelegenheit auch mal die Leiterin der Sozialen Dienste zusammen mit dem ganzen Werkhofteam erwähnen. Diese Mitarbeiter leisten mit ihrem Einsatz immer wieder einen wichtigen Beitrag für die Unterbringung der uns zugewiesenen Asylsuchenden. Die Zuweisung der Personen an die Gemeinde wird via Verteilschlüssel des Kantons entschieden. Wie bereits letztes Jahr beschrieben, ist der Druck durch Bund und Kanton, im Thema Asyl, extrem hoch. Eine Ablehnung der zugewiesenen Asylanten mit oder ohne Schutzstatus, hätte Repressalien des Kanton Thurgau zur Folge, die das Budget sehr stark belasten könnten und im schlimmsten Fall sogar den Steuerfuss. Daher ist die gute Zusammenarbeit zwischen Gemeinderat und den Kommissionsmitarbeitenden sehr wichtig, um gemeinsam die Herausforderungen zu meistern und die finanziellen Belastungen im Griff zu behalten.
Krankenkassen-Casemanagement
Das Casemanagement ist und bleibt ein wichtiger Indikator um das Abrutschen in die Fürsorge zu erkennen und möglichst zu verhindern. Die Verschuldung bei der Krankenkasse kann zu einem Leistungsstopp und folglich können nur noch ärztliche Notfallbehandlungen in Anspruch genommen werden. Der Wegfall einer ärztlichen Versorgung kann wiederum zu schwerwiegenden Folgen, wie Arbeitsausfall oder Arbeitsplatzverlust führen, was wiederum existenzielle Gefahren bildet. Es ist sehr wichtig, dass sich Personen mit Ausständen der Krankenkassenprämien, frühzeitig bei der Gemeinde melden. Es ist lobenswert, wenn sich betroffene Personen frühzeitig bei der Gemeinde melden und sich Beratung, administrative Unterstützung Hilfe zu holen. So können allseitig höhere Kosten verhindert werden.
Gesundheit
Die Gesamtkosten für die Gemeinde hängen von der Menge und Intensität der ambulanten Behandlungen innerhalb der Gemeinden ab. Durch die demografischen Veränderungen, also die Zunahme der älteren Bevölkerung, werden auch die Gesamtkosten der ambulanten, wie auch stationären Krankenpflege in der Zukunft weiter steigen. Gerade im Ambulanten Spitex-Bereich hat der Regierungsrat im Jahr 2024 beschlossen, dass die Restkosten-Entschädigung für die Leistungserbringer in den einzelnen Gemeinden ab 2026 vereinheitlicht werden sollen. Dadurch werden gemeinnützige Betriebe ohne Gewinnabsichten wie die Spitex Mittelthurgau möglicherweise benachteiligt, die ihre Kosten dem Aufwand entsprechend mit den Vertragsgemeinden abrechnen.
Mit der geplanten Ausbildungsnitiative, die wegen dem Fachkräftemangel sehr wichtig, und bei der Volksabstimmung auch vom Volk angenommen worden ist, muss in den nächsten Jahren ebenfalls mit einem Kostenanstieg der ambulanten und stationären Pflege gerechnet werden. Dies sollte aber auch als Investition in die Zukunft gesehen werden. Zudem wächst die demografische Bevölkerung stetig und die Baby-Boomer kommen in Rente, wo die körperlichen Beschwerden auch nicht weniger werden. Die Lebenserwartung ist seit der Nachkriegszeit stetig gestiegen. Daher ist es unausweichlich, dass die gesamtheitlichen Gesundheitskosten in der ambulanten, wie auch stationären Pflege in Zukunft weiter steigen werden. Daher sollte mit allen Mitteln versucht werden, die Gesundheitskosten pro Person senken zu können, um so die gesamthaften Kosten überblicken zu können.
Als erfreuliche Nachricht können wir aber den Umzug der Spitex Mittelthurgau, mit dem Aussenstandort in Bürglen, zur Kenntnis nehmen. Die Spitex Mittelhurgau mit Leistungsvereinbarung von 13 Gemeinden hat den Hauptstandort in Weinfelden und 2 Aussenstandorte in Amlikon-Bisseg und Bürglen. Eher versteckt und recht unzugänglich, wurde nun der Standort Bürglen im SUN-Areal Richtung Zentrum verlegt. Die Spitex hat jetzt im Parterre des Gemeindehauses ein neues zu Hause gefunden und ist so für die Bevölkerung ebenfalls besser erreichbar.
Regionalbibliothek
Trotz leichtem Minus budgetiert im Jahr 2024, konnte die Regionalbibliothek erneut die Rechnung mit einem leichten Plus abschliessen. Erneut konnte wieder ein Besucherzuwachs von über 2500 Personen im Vergleich zum Vorjahr verzeichnet werden, was die Marke von 40’000 Besuchern deutlich übersteigt. Der Austausch mit den Schulbibliotheken kann ebenfalls als Erfolg gewertet werden, wo sich über 1’000 Schüler die Medien direkt in der Schulbibliothek ausleihen können. Es wurden auch Schulungen für Kitas durchgeführt, wo die teilnehmenden Betreuer eine Weiterbildung für die Frühförderung der Kinder geniessen durften. Das frühe Heranführen der Kinder an die Bücher ist auch ein wichtiger Bestandteil der Integration.
Berufsbeistandschaft (BBRW)
Die geführten Massnahmen sind im Jahr 2024 minimal zurückgegangen, was primär auf die Übergabe der Fälle in den verschiedenen Heimen im 2023 und 2024 zum Wohnort zurückzuführen ist. Die Hauptübertragung fand in unserer Gemeinde im Jahr 2023 statt und konnte im 2024 nahezu abgeschlossen werden. Generell muss aber in Zukunft mit weiteren Steigerungen gerechnet werden, da immer mehr Personen mit psychischen Belastungen Unterstützung brauchen um den finanziellen Alltag zu meistern. Darum kann nicht oft genug erwähnt werden, einen Vorsorgeauftrag zu erstellen, um im Ernstfall die finanziellen Zuständigkeiten auch ausserhalb der Berufsbeistandschaft und der KESB regeln zu können. Vorlagen und Muster für einen Vorsorgeauftrag werden zum Beispiel auch von Banken herausgegeben. Eine solche vorsorgliche private Regelung würde die Berufsbeistandschaft, wie auch die KESB, stärker entlasten und die Kosten für die Gemeinden senken.
Fallzahlenentwicklung
| BBRW | 2022 | 2023 | 2024 |
| Anfangsbestand | 66 | 76 | 69 |
| Errichtungen | 16 | 18 | 14 |
| Geführte Massnahmen | 82 | 94 | 83 |
| Aufhebungen | 6 | 25 | 19 |
| Endbestand | 76 | 69 | 64 |
Perspektive Thurgau
Die Perspektive Thurgau ist eine Non-Profit-Organisation und bietet Beratungen in den Bereichen Mütter- und Väterberatung, Paar-, Familien- und Jugendberatung sowie Suchtberatung, Gesundheitsförderung und Prävention an. Der Vorstand der Perspektive hat die Leistungsvereinbarung mit dem Kanton gekündigt um bessere Konditionen zu verhandeln. Leider hat der Regierungsrat die Situation genutzt und wegen Sparmassnahmen den Kantonsbeitrag um rund CHF 800’000.– gekürzt, wie es auch in den Medien zu entnehmen war. Mit der Übergangsvereinbarung ist die Perspektive gezwungen, die Eigenmittel anzuzapfen. Wenn nicht schnell passende und wirksame Massnahmen getroffen werden, muss auch im 2026 eine Übergangsvereinbarung getroffen werden und das Eigenkapital reduziert sich weiter, wovon rund die Hälfte von den Gemeinden eingebracht wurde. Ohne gezielte Massnahmen muss mit Einschränkungen der Angebote oder Dienstleistungen oder mit höheren Kosten für die Gemeinden gerechnet werden. Die stetig steigenden Kosten im Gesundheitswesen, dazu gehört auch die Perspektive, belasten nicht nur die Politische Gemeinde Bürglen, sondern alle Gemeinden im Thurgau.
Erbrachte Dienstleistungen 2024 für Bürglen:
| Gesundheitsförderung und Prävention | 2022 | 2023 | 2024 |
| Femmes-Tische | 97 | 51 | 15 |
| Suchtprävention (Kontex Schule) | – | 75 | – |
| Sexualpädagogik | 135 | 66 | 106 |
| Mütter- und Väterberatung | |||
| Fallbearbeitungen | 76 | 82 | 79 |
| Anzahl Kontakte | 189 | 163 | 143 |
| Paar-, Familien- und Jugendberatung | |||
| Fallbearbeitungen | 24 | 37 | 34 |
| Anzahl Kontakte | 42 | 102 | 77 |
| Suchtberatung | |||
| Fallbearbeitungen | 7 | 10 | 13 |
| Anzahl Kontakte | 53 | 33 | 50 |



